Film
Zeit, Architektur und Erinnerung
In Zusammenarbeit mit Nathaniel Knop und Kinobrigada sind mehrere Filme entstanden, darunter „The Watson’s Hotel“. Sie sind dokumentarische Beobachtungen von Raum, Zeit und Menschen und erzählen dabei eine Geschichte.
Dokumentarfilm über das erste Gusseisen-Fertigteilgebäude Mumbais, in dessen Ballsaal die Brüder Lumière 1896 erstmals Filme in Indien zeigten – und über die Menschen, die heute dort leben. Publikumspreis beim Lichter Filmfest Frankfurt.
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THE WATSON’S HOTEL ist ein Film über ein Gebäude in Mumbai (ehemals Bombay) in Indien. Es war das erste Hotel der Stadt und zugleich das erste Gebäude Asiens, das aus gusseisernen Fertigteilen errichtet wurde. Das 1867 fertiggestellte Haus wurde komplett in England vorproduziert; die Einzelteile wurden nach Bombay verschifft und dort aufgebaut. Von den vielen Geschichten, die das Haus erlebte, ist eine besonders hervorzuheben: Im Ballsaal des Hotels stellten die Brüder Lumière ihren Kinematographen vor – 1896 erreichte damit das Kino Indien. Die Dokumentation zeigt, was aus dem Haus geworden ist, und porträtiert Menschen, die dort heute leben und arbeiten – Menschen, die sich in ihren kleinen Alltagsgeschichten mit der langen Geschichte des Hauses auseinandersetzen (müssen).
So entstehen mehrere Ebenen der visuellen Erzählung. Einerseits ist da der Zustand des Hauses selbst, heute in Teilen eine Ruine; andererseits zeigt der Film, wie das Leben der Menschen trotzdem weitergeht. Das Haus ist eine Art Mikrokosmos des ganzen Landes – auch wegen seiner starken kolonialen Geschichte. Dem Alltag im Haus wird die Geschichte des Hauses entgegengesetzt. Zugleich zeigt sich ein Unterschied in der Wahrnehmung von kulturellem Erbe in verschiedenen Kulturen: An vielen Orten der Welt wird Architektur, die stark mit der Geschichte verbunden ist, geschützt und zum Teil sogar wiederhergestellt. In Indien gibt es ein Sowohl-als-auch: Dass das Haus zusehends verfällt, zeigt auch den schwierigen Umgang mit der eigenen Geschichte, in die der Kolonialismus eingeschrieben ist.
Der Film ist insofern eine Auseinandersetzung mit kulturellem Erbe und zeigt, wie wichtig es ist, Orte zu bewahren, die davon Zeugnis ablegen können.
Realisiert 2018 mit Nathaniel Knop und Peter Rippl.
Ein Film von John Skoog und Ragunath V über die Performance-Installation der Gruppe et al.: ein leerstehendes Haus in Frankfurt-Sachsenhausen, in ein Geisterhaus verwandelt.
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Ein Film von John Skoog und Ragunath V über die Performance-Installation der Gruppe et al. aus dem Jahr 2010, gezeigt in einer leerstehenden Apfelweinwirtschaft in Frankfurt.
Die Künstlergruppe et al. – ihre Mitglieder kommen aus Frankfurt, New York und Paris – trat 2010 in Frankfurt mit ihrem neuesten Projekt „Haunted House“ auf. Ganz im Sinne des Surrealismus verwandelten sie ein Gebäude in Frankfurt-Sachsenhausen in ein „Geisterhaus“. Mit US-amerikanischen Halloween-Motiven spielten sie auf die historisch belegte Liebesbeziehung zwischen dem Architekten Le Corbusier und der Tänzerin Josephine Baker an und dachten das sterile Verhältnis zwischen dem Modernen und dem Körper neu.
Eine Reise auf dem Manali-Leh-Highway im Himalaya: Steine werden zerschlagen, Straßen gebaut, Lastwagen kämpfen sich durch den Schlamm – ein Film über Ordnung und Chaos.
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Der Film 3977.64 entstand auf einer Reise entlang des Manali-Leh-Highways, einer Straße, die durch einige der tückischsten Gebiete des nördlichen Himalaya in Indien führt und über einige der höchsten befahrbaren Pässe der Welt verläuft, darunter den Changla-Pass (5360 m über dem Meeresspiegel). Gedreht wurde hauptsächlich im Abschnitt am Rohtang-Pass (3977,64 m über dem Meeresspiegel). Der Film fängt das Leben der Straße ein: Im Tal werden mit hoher, beinahe meditativer Disziplin Steine zu kleineren Stücken zerschlagen, die anschließend in größere Höhen transportiert und als Untergrund für den Straßenbau verlegt werden. Da die Straße nur in den Sommermonaten für Verkehr und Menschen geöffnet ist, existieren Instandhaltung und Verkehr nebeneinander: Neue Straßenabschnitte werden angelegt, während andere, schwer beschädigte Abschnitte unbeachtet bleiben.
Das zentrale Thema des Films bildet der Kampf der Straßennutzer – Taxis, Lastwagen mit lebensnotwendigen Gütern und Linienbusse –, einen Abschnitt zu passieren, den das Schmelzwasser des Schnees beschädigt hat. Der Kampf, unter allen Umständen durch den Schlamm zu kommen, und die soziale Struktur, die sich zwischen den Fahrern und den zu Hilfe kommenden Passagieren bildet, treten besonders hervor. Die Straße und die im Film festgehaltene Situation werden so gewissermaßen zu einem Sinnbild für das Nebeneinander von Ordnung und Chaos.
Ein Film von Ragunath V. Produktion und Regie: Ragunath V · Kamera: Ragunath V · Schnitt: Anatoli Skatchov. Besonderer Dank an Bouhlou Hocine, Sebastian Stoehrer und Stefan Wieland.
Wie in Mumbai ein Buch entsteht: Buchdruck, Siebdruck, Offset und Handarbeit – eine kurze Dokumentation über die Produktion von „A Critical Reader“.
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Ein kurzer Dokumentarfilm über die Entstehung des Buches „A Formal Film in Nine Episodes, Prologue and Epilogue – A Critical Reader“; ein Projekt von Mario Pfeifer und Markus Weisbeck mit Ragunath V.
Der Film dokumentiert, wie das Buch in Mumbai produziert wurde. Er begleitet die Suche nach lokalen Druckereien, Papieren und Handwerkern – vom Buchdruck über Siebdruck bis zum Offsetdruck – bis hin zu Bindung und Veredelung des Buches. Sechs Drucktechniken, neun Papiere, Hindi- und englische Typografie, Taxi-Aufkleberkunst und handbemalte Schutzumschläge kamen in einer Publikation zusammen. Der Film, dokumentiert von Ragunath V, zeigt die verschiedenen Drucktechniken und die Produktion dieses Buches.
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